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25. November 2012   Aktuelles - Sport, Freizeit, Bäder
Bädertarif: Vom Froschexperiment und schlechten Häuslebauern

Zum dritten mal hintereinander steht nun im Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss ein Tagesordnungspunkt zu den Tarifen der städtischen Hallenbäder auf der Tagesordnung. DIE LINKE Mönchengladbach wird der geplanten Erhöhung nicht zustimmen. Torben Schultz, Mitglied im Ausschuss, nennt die neuen Tarife unsozial und wirtschaftlich den falschen Weg. Weiter sieht Schultz in der Beratungsvorlage ein Handwerklich schlecht gemachtes Werk und verweist in diesem Zusammenhang noch mal auf den Vorschlag der Linken zum 'Parkhaussystem'. Dieser wäre für die BesucherInnen eine echte Vereinfachung und für die MitarbeiterInnen eine echte Arbeitserleichterung gewesen:

 

„Wenn auch als Nebeneffekt, hatte die angebliche Optimierung der Tarife schon eine leichte Erhöhung in sich. Jetzt wenig später folgt aufgrund des Haushaltssanierungsplan (HSP) eine weitere Erhöhung. Mich erinnert dies an das Froschexperiment: Wenn das Wasser langsam erhitzt wird, wird der Frosch es nicht merken und sich nicht durch einen Sprung aus dem Kopftopf retten. Dies Experiment jetzt mit den BürgerInnen dieser Stadt nach zustellen ist ein Unding. Wie soll so vertrauen in die Politik entstehen?

 

Doch vor allem sind unsere BürgerInnen keine Frösche, sie werden das Wasser trotzdem Verlassen. Und darin zeigt sich der Wirtschaftliche Unfug, der hier eingeleitet wird. Bäder sind ein Zuschuss Geschäft, daran wird sich auch erstmal nichts ändern lassen. Aber sie gehören zu einer lebendigen und attraktiven Stadt. Um jedoch die Zuschüsse zu reduzieren, dürfen wir die BesucherInnen nicht durch Erhöhungen vergraulen. Wir müssen die Preise stabil halten und für mehr BesucherInnen sorgen. Der Linke Tarifvorschlag hätte für mehr Flexibilität gesorgt und so die Chance auf neue BesucherInnen erhöht. Weiter wäre nicht mehr am Eingang und Ausgang eine Kontrolle und Kassieren nötig gewesen, also eine Arbeitserleichterung für die MitarbeiterInnen.

Zu guter Letzt ist auffällig, dass die Verwaltung wohl die Mathematikfähigkeiten der BürgerInnen unterschätzt. Vorgabe des HSP war eine 'lineare Erhöhung um 10% der Gebühren'. Der Nachzahltarif je Halbe Stunde für Jugendliche und Erwachsene steigt jedoch um 20%, der für Familien gar um 33%. Auch sonst wurde mal hier, mal da großzügig Aufgerundet. Wer so rechnend ein Haus bauen will, sollte sich nicht wundern, wenn es wie ein Kartenhaus zusammen fällt. Die Vorlage ist einfach Handwerklich schlecht gemacht – oder geht es gar um die Vortäuschung falscher Tatsachen?“

--- Ergänzender Hinweis um Umfassend und richtig zu Informieren ---
Die Zuzahlung zur Familienkarte für weitere Kinder wurde von 1,50 Euro auf 1,10 Euro gesenkt. Auch ist der Nachzahltarif für weitere Kinder im Zusammenhang mit der Familienkarte bei 50ct belassen. Beides ohne das in der Beratungsvorlage eine Begründung genannt wird. Diese Ausnahmen machen jedoch auf das gesamt Werk keinen Unterschied.


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