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28. November 2012   Aktuelles - Sport, Freizeit, Bäder
Bädertarif: 4 Stunden Schwimmen ist nicht Polemisch, Herr Fischer!

Auf der Sitzung des Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss hat die Ampelmehrheit die Erhöhung der Tarife für die städtischen Bäder beschlossen. DIE LINKE ist verwundert, was aus einer angeblichen 10% Erhöhung letztendlich raus geholt werden kann, so rechnete Torben Schultz das ganze mal auf den mittlerweile abgeschafften 4 Stunden Tarif um. Dies nannte Dezernent Fischer polemisch. „Wenn jemand zuvor bei 4 Stunden Baden immerhin einen Euro zum Tagestarif sparte, jetzt aber der Tagestarif als die 'günstigere' Alternative für 4 Stunden schwimmen angepriesen wird und diese 37,5% teurer ist als bisher, dann kann nicht von 10% Erhöhung gesprochen werden“, meint Schultz, „Somit meint Herr Fischer wohl, nur 4 Stunden Schwimmen zu wollen sei polemisch. Und die Ampelmehrheit winkt solche Dinge auch noch gedankenlos durch!“

 

Dabei ist für DIE LINKE klar, dass städtische Bäder vorläufig ein Zuschussgeschäft sind, aber genauso ein für die Stadt wichtiger attraktivitäts Faktor. Dazu hatte Torben Schultz bereits im letzten Ratszug ein „Parkhaussystem“ Tarif beantragt, also am Ausgang nur die Zeit bezahlen, die auch genutzt wurde. Das wäre eine Erleichterung für die Beschäftigten der Bäder gewesen und für die Gäste ein faires System. Um die Zuschüsse zu senken, hilft es nur mehr Leute ins Wasser zu holen. Jetzt hat aber die Verwaltung mit der Zustimmung von SPD, FDP und Grünen eine ganze Nutzergruppe ausgesperrt. „Ich würde gerne mal wissen, ob die Entscheider bei Telefontarifen genauso agieren würden. Zahlen sie 120 Minuten oder gleich für den ganzen Tag kann doch nicht die Wahl sein“, meint Schultz.

 

Neben der vermasselten Optimierung der Tarife, hat nun die Ampel auf Verwaltungsvorschlag auch noch die Tarifstruktur den Wünschen des Kämmerers angepasst, nicht aber den Wünschen der Kunden. So werden Bäder nicht gerettet, sondern in vollem Wissen leer gefegt.

--- Fakten zur Berechnung des gesagten ---
Bisher kostete der 4 Stunden Tarif für einen Jugendlichen unter 18 Jahren 4 Euro, der Tagestarif 5 Euro.

Durch den Beschluss der letzten Sitzung zur Optimierung der Tarife entfiel der 4 Stunden Tarif und es gab eine Nachzahlung von 50ct pro angefangene Halbe Stunde. Somit hätte für 4 Stunden der Grundtarif für 2 Stunden von 2,50 Euro plus 4 mal die Nachzahlung von 50ct gezahlt werden, also 4,50 Euro. Es gab zu diesem Stand also schon eine Erhöhung von über 10% und dennoch waren 4 Stunden 50ct billiger als der Tagestarif. Dieser Tarif ist aber noch gar nicht Umgesetzt.

Jetzt wurde die Erhöhung der neuen Tarifstruktur beschlossen, somit würde der Jugendliche für die 4 Stunden Schwimmen 2,80 Grundpreis für 2 Stunden zahlen und 4 mal eine Nachzahlung von 60ct pro angefangene Halbe Stunde, also 5,20 Euro. An diesem Punkt sind also zum bisher geltenden schon über 37% Erhöhung fällig für 4 Stunden Schwimmen. Der Tagestarif liegt nun nach dem neuen Beschluss bei 5,50 Euro. Somit spart ein 4 Stunden Schwimmer nur noch 30ct gegenüber des Tagestarifes.

Da bisherige Optimierung nicht umgesetzt wurde, wird also tatsächlich eine weitaus höhere Tariferhöhung durch zwei Beschlüsse kurz hintereinander durchgesetzt.


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