11. August 2017   Ausschüsse - Schul- und Bildungsausschusses
Bildungspolitisches Versagen zeigt sich jetzt bei den „Schulformwechslern“

Auf Anfrage der „Rheinischen Post“ gab die Statistik Abteilung „IT.NRW“ die Zahlen der Schulformwechsler bekannt, danach verließen im abgelaufenen Schuljahr 2016/17 so viele Schüler*innen wie noch nie das Gymnasium um auf einer anderen Schulform weiter zu machen[1][2]. „Natürlich können die Gründe für jeden einzelnen Wechsel nur individuell beantwortet werden“, sagt der Schulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Johannes Frommen, „Aber Bildungspolitisch liegt die Antwort auf dem Tisch. Hier hat die Verwaltung, namentlich Herr Fischer von der CDU, so wie die Mehrheitsfraktionen der letzten Jahrzehnte versagt. Wider besseren Wissens wurde der Elternwille ignoriert und nicht genug Gesamtschulplätze geschaffen.“

 

Jedes Jahr bekommen in Mönchengladbach um die 400 Jugendlichen nicht den gewünschten Platz an einer Gesamtschule. Trotz zeitweilig rückläufiger Schüler*innen-Zahlen und der Schaffung einer neuen Gesamtschule im Jahr 2011 blieb die Zahl der Ablehnungen konstant. Seit 2009 weist DIE LINKE, und davor die LiLO, darauf hin, dass der Elternwille zu beachten ist[3]. Schon jetzt ist die Gesamtschule die beliebteste Schulform, doch ohne diese „Zwangsverweisung“ auf andere Schulformen würde der Vorsprung noch beachtlicher sein.

 

„Weil nun viele Jugendliche am Gymnasium nicht 'Fuß fassen', müssen sie einen Bruch im Lernumfeld und Freundeskreis hinnehmen. Das ist mit Sicherheit nicht förderlich für ihre Entwicklung, sondern nur das geringere Übel als der Verbleib am Gymnasium“, sagt Frommen, „Hätten wir mehr Gesamtschulplätze, würden weniger Jugendliche gezwungen auf das Gymnasium (oder die Realschule) zu gehen und sie müssten später nicht wechseln.“

DIE LINKE sieht sich bestätigt längeres, gemeinsames lernen für alle zu fordern. Deswegen wird sie weiter für „Eine Schule für Alle“ kämpfen und auf dem Weg dahin versuchen den Ausbau der Gesamtschulen voran zu treiben. Zum derzeitigem, dreigliedrigem Schulsystem sagt der Bundestags Direktkandidat Sebastian Merkens abschließend: „Durch ein solches selektives Schulsystem verschwenden wir ohne Not Talente und setzen junge Menschen dem Risiko aus schon in frühester Jugend zu zerbrechen. Und das obwohl eine Demokratie wie unsere nur durch die gute Bildung vieler auf Dauer gesichert ist.“

 


Quellen:

 

1: Artikel „Schulformwechsler: Jetzt wird es eng an den Realschulen“ in der RP

2: Die Zahlen bei der „IT.NRW“

3: Wahlplakat aus dem Jahr 2009 zur Gesamtschule (Nr. 3 in der Liste)

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