15. Juni 2018   Aktuelles - Sozialesausschuss
Bericht: Lebenswelten im Alter - Kultursensible Pflege

Gestern (14.6.) ging es nicht um "Satt, Sauber, Trocken" und primär auch nicht um den Mangel an Pflegekräften. Ganz gezielt haben wir über das gesprochen, was in der Pflege oft aufgrund von Zeit- und Finanzdruck zu kurz kommt - das Zwischenmenschliche - da aber ganz speziell über die Vielfalt der Lebensweisen. Wir brauchen einen bewussten Umgang mit den individuellen Lebensentwürfen der unterschiedlichen Gruppen und Kulturen. Da Lösungen zu finden ist auch eine Zukunftsaufgabe für die Pflege.

 

 

Unsere Veranstaltung im Paritätischen war gut besucht und es wurde nach dem Vortrag und den Fachgesprächen fließend in eine lebhafte Diskussion eingetaucht. Inhaltlich waren die zwei Stunden viel zu kurz, so dass es vermutlich noch weitere Veranstaltungen geben wird. Wir sichten noch den Video-Mitschnitt und hoffen, dass wir den dann online stellen können.

Die wichtigste Erkenntnis des Abends war sicher, dass die Akteure, also Träger, Interessensvertretungen und die Stadt sich weiter austauschen müssen. Deutlich wurde aber auch, dass es in Mönchengladbach schon richtige Ansätze gibt, diese aber noch gar nicht überall bekannt sind und eine weitere Ausgestallung brauchen.

Kernpunkt war immer wieder, dass zu einer kultursensieble Pflege im besonderen das gehört, was auch schon heute in der Pflege die Grundhaltung sein sollte: Respekt vor den jeweiligen Lebenserfahrungen.

Interessant war es, dass Anwesende in Teilen den Studien zu Queeren-Lebenswünschen im Alter widersprachen. Die These, dass sich 2/3 der Queeren Menschen im Alter ein inklusives Wohnen wünschen wurden wünsche nach spezialisierten Angeboten entgegengestellt. Dass solche Angebote allerdings nur kommen können, wenn die Nachfrage auch da ist, war allen klar. Wie viele Angebote im Bereich von gemischten Einrichtungen und wie viele als eigenständige Projekte gefragt sind blieb erst mal offen.

Auch im Bereich der Pflege für Menschen mit Migrationshintergrund zeigten sich Unterschiede zwischen Erwartung und Realität. So sind Kopftuchtragende Pflegerinnen bisher nie ein Problem bei den zu Pflegenden gewesen. Die Annahme jedoch, dass manche Kulturen Männer in der Pflege nicht akzeptieren erwies sich als falsch. Fest steht jedoch, dass bisher kaum Menschen mit Migrationshintergund Pflegeangebote wahrnehmen, der Bedarf aber rasant ansteigt.

Die Veranstaltung hat eins deutlich gemacht, auch die Kommune ist in der Verantwortung zu Handeln und sollte einen Rahmen schaffen, alle Akteure an einen Tisch zu bekommen. Wir wissen, dass wir mit unserem Antrag da einen wichtigen Startschuss zu geben. Hoffentlich erkennen das auch die anderen Parteien. Den Antrag gibt es hier.

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